Haupteingang Chirurgie

Insgesamt drei Mal war ich zu verschiedenen Jahreszeiten in den Heilstätten in Beelitz unterwegs. Für viele Fotografen ist das ehemalige Sanatorium vor den Toren Berlins ein Begriff, viele waren schon mal da und kaum jemand kann sich ihrem Bann entziehen. Aber jeder meiner Besuche ging mit zum Teil einschneidenden Veränderungen einher, sei es in der Organisation der Fototour oder in den Gebäuden selbst.

Zum ersten Mal erzählte mir ein Freund von dem Sanatorium in Beelitz, nach etwas Recherche und der Sichtung erster Bilder stand der Entschluss, ich muss da hin. Im November 2008 war es dann soweit, gemeinsam mit zwei befreundeten Hobbyfotografen fuhren wir, Gebäudepläne und Übersichtskarten im Gepäck, zu den Heilstätten. Darüber hinaus waren wir natürlich mit Kameraequipment, Taschenlampen und auch etwas Erste Hilfe Utensilien ausgestattet, nur für alle Fälle. Wir erkundeten Areal um Areal und Gebäude um Gebäude, und darin lag auch oft die Schwierigkeit. Wie reinkommen in die Gebäude, ohne sich der allgemeinen Zerstörungswut anderer Besucher anzuschließen? Doch ohne auch nur eine Scheibe einzuwerfen oder auch nur eine Tür aufzubrechen kamen wir über Kellergänge, Fenster oder eben auch Türen in jedes Gebäude. Und so ziemlich jedes Gebäude war die Fahrt und den Aufwand der Zugangssuche wert.

OP-Saal 2008Turnhallen, zum Teil mit Bühne, Badehäuser, kleine Kinos, ein Hörsaal, Festsäle, Chirurgie, Labore, Pathologie, endlose Gänge, zahllose Krankenzimmer, Küchenräume und vieles vieles mehr wurde auf Speicherkarte verewigt. Zum Glück muss man sagen – leider. Denn wir wussten nach diesem Tag, wir kommen wieder, und so war es auch etwas mehr als ein Jahr später und das Bild des alten Sanatoriums hatte sich schon ein stückweit verändert.

Zunächst einmal war es notwendig, eine Fotogenehmigung einzuholen, aber immerhin gab es überhaupt die Möglichkeit. Gesagt und getan und sie wurde uns auch erteilt, wenn auch nicht für alle Komplexe. Und wieder vor Ort sahen wir auch, dass die Gebäude zweier Quadranten komplett verriegelt waren. Na gut, wir ja schon einmal auf dem Gelände unterwegs und suchten Kellereingänge und wie durch Zufall haben wir uns in die verschlossenen Gebäude verlaufen und einmal da, konnte man ja ein paar Fotos machen. Doch in den Gebäuden des offenen Quadranten sahen wir, dass zum einen Schrottdiebe ihr Unwesen getrieben hatten und zum anderen, dass auch Zerstörung auf allerübelstem Niveau stattgefunden hatte – wie unnötig und ärgerlich.

Doch der Zauber war noch nicht vergangen und wir konnten wieder tolle Eindrücke Sofasammeln und mit der Kamera festhalten. Und wir entschlossen uns an diesem Tag, eine Fototour mit gleichgesinnten Hobbyfotografen zu veranstalten. Nur wenige Monate später war alles organisiert, die Genehmigung wieder eingeholt und wir trafen uns mit rund 20 Personen auf dem Parkplatz der Heilstätten und erkundeten wieder Quadratmeter um Quadratmeter und Quadrant um Quadrant. Und auch beim dritten Besuch entdeckten wir neue Seiten und fanden andere Stellen in einem nun desolaten Zustand. So war zum Beispiel der OP-Saal in der Chirurgie fast gänzlich zerstört und auch der Hörsaal glich einer Sperrmüllhalde.

Doch an anderer Stelle fanden wir einen Zahnarztstuhl und coole Streetart sowie den Zugang zu einem Dachgeschoss mit Dachterrasse.

AxtjungeNachdem ich Mitte März 2014 die Homepage – gezwungenermaßen – umgestaltet habe, lag es auch auf der Hand, im Einzelnen über die hier gezeigten Fotos zu schauen. Und so habe ich fast alle Bilder der Heilstätten Beelitz überarbeitet und um bisher unveröffentlichtes Bildmaterial ergänzt. Ich wünsche viel Vergnügen beim Ansehen der Bilder und hoffe, dass ein bisschen der Zauber des ehemaligen Sanatoriums sichtbar wird – hier geht es zur Galerie.

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