Mit Frau, Kind und Kamera in Schweden – ein Erfahrungsbericht Teil 1

Üblicherweise schreibe ich an der Stelle über Themen, die direkt mit der Fotografie zu tun haben. Das sind Erfahrungsberichte, oder ich zeige euch neue Fotos oder berichte von Reisen. Dieser Artikel soll noch etwas weiter gehen, denn die vier Wochen Urlaub in Schweden waren keineswegs ein reiner Fotourlaub sondern Elternzeit mit meiner einjährigen Tochter Frieda, meiner Frau und natürlich meiner Kamera.

Zum ersten Mal überhaupt ging es zu dritt in den Urlaub, alles würde also ein bisschen anders werden als unsere bisherigen Reisen. Das fiel uns schon im Vorfeld bei der Planung auf, zum Beispiel bei der Suche nach geeigneten Unterkünften. Die Entscheidung für Schweden ist recht schnell gefallen, wohin genau wurde letztlich durch die Ferienwohnung festgelegt. Während wir als kinderloses Paar irgendwo eine romantische Hütte an einem See gesucht hätten, sollte es jetzt schon etwas Praktisches für einen Aufenthalt mit Kind sein. Nach gefühlt fast endlosem Suchen über diverse Portale fanden wir über den Anbieter Novasol zwei geeignete Ferienhäuser.

Fähre nach Trelleborg

Die Anreise nach Schweden ist recht einfach, von der Entfernung mal abgesehen. Mit dem Auto ging es zunächst nach Rostock, dann über Nacht per Fähre nach Trelleborg, dabei empfiehlt sich, bereits im Voraus das Ticket und eine Kabine zu buchen. Anders als erwartet konnten wir drei gut schlafen und es waren auch die Bewohner der benachbarten Kabinen nicht zu hören. Morgens wurden wir nicht wie üblich durch unser Kind geweckt, sondern durch die Durchsagen des Schiffpersonals. Wir räumten unsere paar Sachen zusammen und gingen an Deck, dort begrüßten uns warme Sonnenstrahlen und ein klarer Blick auf Trelleborg – traumhaftes Reisewetter.

Schon nach wenigen Kilometern auf Schwedens Bundesstraßen fiel mir auf: Die Schweden haben es nicht eilig auf der Straße. Tempo 50 in der Stadt, Überland 90 und auf Autobahnen 110km/h. Und da sich jeder daran hält, ging es ganz entspannt in Richtung Nord-Osten nach Kalmar. Während der Fahrt äugte ich auch immer nach links und rechts und beobachtete die Landschaft. Entlang der Bundesstraße waren zahlreiche Felder, gesäumt von Wald zu sehen, darunter auch immer wieder malerische Mohnfelder. Und selbstverständlich erfreute ich mich auch an den typisch roten Holzhäuschen.

Die ersten zwei Wochen verbrachten wir ganz in der Nähe von Kalmar und Släkmöre im Smaland 1der traumhaft schönen Insel Öland. Der Ort heißt Slakmöre, es aber ein Dorf zu nennen wäre zu viel des Guten, es war eher eine Ansammlung von ein paar Hütten einschließlich  unserem Häuschen am Bauernhof des Besitzers. Doch die Lage war gut und die Umgebung bot viel für kindgerechte Ausflüge. Natürlich würde sich unsere Frieda mit einer grünen Wiese, auf der man mit Mama und Papa spielen kann, zufrieden geben, aber Strand, Meer und Boote im Hafen anschauen war ebenso aufregend.

Mohnfeld auf ÖlandNeben zahlreichen Spaziergängen kann ich auf jeden Fall Ausflüge auf Öland empfehlen, am flexibelsten ist man da mit dem Auto. Im Norden kann man die ehemalige Festungsanlage Borgholm sowie den Sommersitz der schwedischen Königsfamilie besichtigen. Und mit etwas Glück kann man dort auch auf Mitglieder der Familie treffen, so wie wir. Durch Zufall waren wir pünktlich zur Öffnung des Gartens da und zeitgleich kehrte die fast komplette Königsfamilie von einem Spaziergang zurück. Wir haben freundlich gegrüßt, uns wurde königlich zurückgenickt und weiter ging es. Obwohl ich kein Interesse an Adelsklatsch und ähnlichen Gala-Stories habe, fand ich das doch sehr aufregend.

Davon abgesehen sollte man sich auf Öland auch die Straße der Windmühlen bei Rousten auf ÖlandRousten ansehen und auch mal baden gehen. Mag man lieber Sandstrand als Wiese, geht das gut im Norden oder gleich am Anfang am Campingplatz KroneCamping Saxnäs.

Villa KunterbuntFest stand für uns auch eine Fahrt zur Astrid Lindgren Welt, eine Art Themenpark aller Figuren aus Astrid Lindgrens Büchern. Wie kann man den Park am besten beschreiben? Er ist ein Mix aus Orten, wie sie in den Büchern vorkommen, z.B. Lönneberga, die Räuberburg von Ronja Räubertochter oder ganz klar die Villa Kunterbunt. Dazwischen immer wieder Bühnen, auf welchen vereinzelte Szenen nachgespielt werden. Da es ja um die kleinen Zuschauer geht, sind die Stücke auch nicht länger als 15min, und auch wenn man kein Schwedisch kann, so wie wir, versteht man doch ziemlich genau, worum es bei diesem Stück geht.

Außerdem gibt es auf den Wegen immer wieder Toiletten, Wickelräume und Spielplätze. Aber auch aus fotografischer Sicht gibt es da einiges zu holen. Astrid Lindgren WeltAlle Häuser sind mir viel Liebe zum Detail erbaut und auch die Schauspieler sehen aus, als wären sie direkt aus dem Buch entsprungen. Frieda war im Spieleparadies und hatte Eltern dabei, die sich selbst in ihre Kindheit versetzt fühlten. Für die Astrid Lindgren Themenwelt sollte man unbedingt einen ganzen Tag einplanen, weniger macht nicht wirklich Sinn.

Elchpark KostaElche gehören genauso zu Schweden, wie die typischen roten Holzhäuser, IKEA und Volvo. Mit ganz viel Glück sieht man die scheuen Tiere in freier Wildbahn, ansonsten fährt man in einen der Elchparks. Wir wollten unser Glück nicht herausfordern und haben den in Kosta besucht und konnten so diese großen und beeindruckenden Tiere erst aus der Ferne, dann aber auch aus der Nähe beobachten. Und auch Frieda war von den Elchen begeistert und konnte kaum aufhören, den Tieren zu winken und sich über sie zu freuen. Von diesem Ausflug abgesehen, haben wir keine weiteren Elche gesehen, was an sich auch gut ist, denn in der Regel hat man Begegnungen mit Elchen leider oft bei Autounfällen während der Dämmerung.

PataholmSehenswert im Småland sind die Orte Karlskrona, Kalmar, Pataholm und Monsterås sowie viele kleine Ortschaften entlang der Ostseeküste.

Teil 2 und weitere Fotos folgen demnächst.

 

 

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