Buchempfehlung “Die kreative Fotoschule” von Rheinwerk

Ich hab schon einige Bücher von Rheinwerk (ehemals Galileo Press) gelesen, doch so begeistert wie von „Die kreative Fotoschule“ war ich lange nicht. Autor des 437 Seiten umfassenden Buches ist Markus Wäger und spätestens mit Beginn des ersten Kapitels hatte er mich als Leser für sich gewonnen. Dort schreibt er unter der Überschrift 1.1 Fotografie ist mehr als Technik: „Was zählt, ist das Bild, das Ergebnis. Die Technik ist Mittel zum Zweck.“ Das entspricht genau meinem Anspruch an die Fotografie. Kein „Geprotze“ mit sündhaftteuren Ausstattungen, sondern es geht um Inhalt, um das Bild. Genau darauf legt das Buch auch den Fokus. Wer meine Homepage und Bilder kennt, weiß, dass ich allenfalls auf Nachfrage über mein Equipment spreche. Und ich verstehe nicht wirklich, warum heute immer noch Sätze wie „Das ist ja ein tolles Bild, du musst ja eine teure Kamera haben“ fallen bzw. geschrieben werden. Was spielt die Technik noch für eine Rolle, wenn das fertige Bild den Betrachter fesselt und verweilen lässt?!

In den weiteren Kapiteln wird dann nicht stur „abgearbeitet“, vielmehr werden die komplexen Themen rund um die Fotografie in Zusammenhang gebracht und ganzheitlich betrachtet. Man kann es wie ein Spinnennetz sehen: In der Mitte hängt die Kamera und wartet auf „Beute“. Nur durch eine gute Vernetzung des Wissens sowie einem guten Standort landen dann auch gute Bilder in ihrem Netz. Ist das Netz an einer ungünstigen Stelle aufgebaut oder die Fäden des Netzes hängen nur lose rum, dann wird es schwierig gute Fotos zu „fangen“.

Ebenfalls geht Markus Wäger auf den Aspekt ein, Bilder richtig zu bewerten. Ganz nach dem Motto Sichten – Bewerten – Löschen schafft er sich eine Essenz an guten Aufnahmen und gleichzeitig auch Platz auf der Festplatte. Er unterscheidet aber grundsätzlich auch persönliche Erinnerungsfotos von Fotos zum Herzeigen. Im Verlauf des Kapitels zeigt er dann auf, wie man ein gutes von einem schlechten Foto unterscheidet.

Im gesamten Buch steht das Bild im Vordergrund und die Technik rückt in den Hintergrund, wird aber auch nicht ausgespart. Es wird geklärt, welche Kamera die richtige für mich ist? Welches Zubehör ich wofür verwende und was ich auch wirklich zum Fotografieren brauche.

Die Frauenkirche in Dresden ist eines der am meisten fotografierten Motive in Deutschland. Ich kann die ewig gleichen Ansichten schon gar nicht mehr sehen, doch wie aus der Masse herausstechen? Kapitel 3 befasst sich umfassend mit der Perspektive und erklärt dies ist auch zum ersten Schritt zu einem guten Foto. In den weiteren Kapiteln geht es dann um Schärfe, Belichtung und Komposition. Außerdem bekommt man Einblick in die „digitale Dunkelkammer“ und abschließend eine sehr gute Zusammenfassung.

Fazit: Ich beschäftige mich seit 2005 autodidaktisch mit der Fotografie. Vieles habe ich nur durch Probieren, Üben und Optimieren gelernt und bin so durch eine lange Schulzeit gegangen. Mit diesem Buch kann man den Weg verkürzen ohne etwas zu verpassen und noch viel mehr lernen. Dieses Buch habe ich tatsächlich „verschlungen“ ohne mich ein einziges Mal zu langweilen. Selbst die technischen Details sind anschaulich und für Jedermann verständlich erklärt. Wer neu in der Welt der Fotografie ist, kommt nur schwer an diesem Buch vorbei, es ist eine persönliche Kaufempfehlung meinerseits.

In der Vergangenheit hab ich viele Bücher zum Thema Fotografie gelesen, folgendes Exemplar kann ich euch noch ans Herz legen: Panoramafotografie. Und wenn jemand von euch mit der Canon 70D unterwegs ist, hier meine Meinung zum Handbuch.

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